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Abschluss der Qualifizierungsmaßnahme „Personorientierte Begabungsförderung“ in Berlin

Für Montag, den 2. November 2020, war – im dritten Anlauf – die offizielle Abschlussveranstaltung der Qualifizierungsmaßnahme „Personorientierte Begabungsförderung“ für die beteiligten Berliner Schulen mit der Berliner Senatorin für Bildung und Familie, Frau Dr. Scheeres, geplant. Aufgrund der erneut eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten musste nun auch diese Veranstaltung abgesagt werden, so dass die sieben Schulen, die sich im Frühjahr 2018 für die Teilnahme am Projekt entschieden hatten und dieses mit großem Engagement durchlaufen haben, die Zertifizierung zur eVOCATIOn-Netzwerkschule im Rahmen des Programms „Begabtes Berlin“ nur per Post erhalten haben.

Plakette eVOCATIOn-Netzwerkschule Berlin

Ausgehend von der Bewerbung Berliner Schulen am LemaS-Projekt, in das nicht alle Bewerberschulen aufgenommen werden konnten, hatte sich der Berliner Senat für Bildung, Familie und Soziales im Frühjahr 2018 dazu entschlossen, den abgelehnten Schulen alternativ eine Qualifizierungsmaßnahme im Bereich der Begabungsförderung anzubieten. Insgesamt bekundeten neun Berliner Schulen ihr Interesse am Angebot des eVOCATIOn-Weiterbildungsinstituts.

Um eine möglichst große Reichweite und Nachhaltigkeit der Weiterbildungsinhalte innerhalb der Einzelschulen zu erreichen, umfasste das Programm mehrere Ebenen:

Jede Schule sollte eine Steuergruppe bestehend aus drei Personen bestimmen, welche im Rahmen des sogenannten Intensivkurses eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den Weiterbildungsinhalten erhielt. Der Intensivkurs umfasste vier jeweils zweitägige Weiterbildungsveranstaltungen, die zwischen November 2018 und November 2019 durchgeführt wurden.

Zusätzlich wurden mit den Schulleitungen der teilnehmenden Schulen abgesehen von der Auftaktveranstaltung zwei weitere Treffen zur Information der Schulleiterinnen und Schulleiter über den Projektverlauf sowie zur inhaltlichen Basisinformation durchgeführt.

Jede Schule arbeitete außerdem über den gesamten Projektzeitraum in engem Kontakt mit Prozessbegleitern, die die Aufgabe hatten, die Umsetzung der begabungsfördernden Ideen aus den Intensivkursen in Kooperation mit Steuergruppe und Schulleitung an den jeweiligen Schulen zu koordinieren. Dazu dienten regelmäßige Prozessbegleitgespräche, in deren Kontext auch die anstehenden Kompaktkurse an der Schule vorbereitet wurden.

Das Ziel der Kompaktkurse war es, Aspekte der Personorientierten Begabungsförderung in die an den einzelnen Schulen bereits laufenden Schulentwicklungsprozesse einzubinden. Dazu war geplant, in einer Auftaktveranstaltung jeweils vor dem Gesamtkollegium Grundlagen der personorientierten Begabungsförderung zu erläutern und die Möglichkeiten des Projekts für die Einzelschule darzustellen. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung sollte für den nächsten Kompaktkurs ein Themenbereich eingegrenzt werden, zu dem sich dann ein ausgewählter Personenkreis der Schule zusammenfinden sollte. An diese Entscheidung anschließend hatte jede Schule die Möglichkeit, bis zu drei weitere schulinterne Veranstaltungen (Kompaktkurse) mit einem ausgewählten Teil des Kollegiums wahrzunehmen. Die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen der Kurse wurden jeweils zwischen Prozessbegleitung und Schulleitung / Steuergruppe vereinbart.

Wir freuen uns, diese sieben Berliner Schulen in das eVOCATIOn-Netzwerk der begabungsfördernden Schulen aufnehmen zu können:

Paula-Fürst-Schule
Fritz-Karsen-Schule
Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule
Martin-Buber-Oberschule
Walther-Rathenau-Gymnasium
Max-Delbrück-Gymnasium
Humboldt-Gymnasium

Zur Pflege dieses Netzwerkes ist ein Netzwerktreffen im Jahr 2021 geplant, für das dann hoffentlich auch ein würdiger Rahmen gefunden werden kann, die Schulentwicklungsmaßnahmen, die sich aus dem Qualifizierungsprojekt ergeben haben, zu würdigen und sichtbar zu machen.

Die grundlegende Entscheidung des Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, in einem zweiten Projektdurchlauf weitere Berliner Schulen im Bereich der Personorientierten Begabungsförderung zu qualifizieren, eröffnet die Möglichkeit, dieses Netzwerk innerhalb der Stadt auszubauen und zu verdichten.

(Jürgen Gräbner)

eVOCATIOn-Netzwerktreffen 2020 am Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen

Die Grundidee der eVOCATIOn-Netzwerktreffen ist, Teilnehmerinnen und Teilnehmern von eVOCATIOn-Kursen an Schulen, die sich auf den Weg zur personorientierten Begabungsförderung begeben haben, auch nach Abschluss der jeweiligen Weiterbildung die Gelegenheit zu geben, in Kontakt zu bleiben – sowohl persönlich als auch inhaltlich. Nachdem im Februar 2019 das erste Treffen der eVOCATIOn-Netzwerkschulen am Kurfürst-Friedrich-Gymnasium in Heidelberg stattgefunden hatte, folgte am 24. und 25. Januar 2020 das zweite Netzwerktreffen am Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen.

Bei den Netzwerktreffen geht es grundsätzlich um den kontinuierlichen Ideenaustausch und gegenseitige Impulse zur Umsetzung der personorientierten Begabungsförderung aus der Praxis der jeweiligen Schule. In diesem Jahr konnten Vertreterinnen und Vertreter der Johann-Peter-Hebel-Gemeinschaftsschule in Bretten, des Deutschhaus-Gymnasiums in Würzburg, des Kurfürst-Friedrich-Gymnasiums in Heidelberg, des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder in Potsdam, der Sacré-Coeur-Schulen in Wien und Bregenz sowie der Sir-Karl-Popper-Schule in Wien teilnehmen. Finanziert werden konnte dieses Treffen durch die Unterstützung der Karg- Stiftung.

Netzwerktreffen eVOCATIOn 2020 in Oettingen

Inhaltlicher Schwerpunkt des ersten Tages war es, Eindrücke von der personorientierten Begabungsförderung am Albrecht-Ernst-Gymnasium (Oettingen in Bayern) zu bekommen und die konkrete Realisierung kennenzulernen. Zum Auftakt stellte Wolfgang Knoll, Beratungs-, Latein- und Griechischlehrer am Albrecht-Ernst-Gymnasium, das Schulkonzept und die damit verbundenen Rahmenbedingungen vor. Über die Wissensvermittlung hinaus sieht sich die Schulgemeinschaft auch der Persönlichkeitsentwicklung und der Werteerziehung verpflichtet. Dafür ist es wichtig, die Autonomie der Schüler zu stärken und ihnen Verantwortung für ihren Lernprozess zu übergeben.

Die Chance zur Umsetzung dieses Konzepts ergab sich durch eine Renovierung, bei der die räumliche Gestaltung so verändert wurde, dass die pädagogischen Leitlinien eines selbstständigen, eigenverantwortlichen und schülerzentrierten Lernens möglichst optimal verwirklicht werden können. Es wurden Lernlandschaften gestaltet, in denen die Klassenzimmer keine Türen mehr haben und sich zudem mit Fenstern in einen gemeinsamen Raum öffnen. Sowohl in den Klassenzimmern als auch im offenen Raum sind Tische und Stühle nicht fixiert, wodurch das leichte Umstellen für verschiedene Lernsituationen möglich ist. In offenen Regalen liegen Bücher und Arbeitsmaterialien für kooperative und selbstgesteuerte Lernphasen bereit. Auch Tablets und Laptops stehen zur Verfügung. Der offene Raum lädt zu Begegnungen und Gesprächen ein.

Netzwerktreffen eVOCATIOn 2020 in Oettingen

Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde deutlich, dass sich das Albrecht-Ernst-Gymnasium seit gut einem Jahrzehnt mit Gedanken der Personorientierung auseinandergesetzt hat. Die Schule kann deshalb als gelungenes Beispiel für eine eVOCATIOn-Netzwerkschule gelten.

Am zweiten Tag standen Theorie und Reflexion von Schulentwicklungsprozessen im Mittelpunkt. Dr. Corinna Maulbetsch von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe stellte dar, wie Begabungsförderung Motor und Ziel von Schulentwicklung sein kann. Das Wissen darum, wie Veränderungsprozesse erfolgreich angestoßen und vorangetrieben werden können, hilft dabei, Ideen in die eigene Schule zu übertragen.

Eindrucksvoll präsentierten in diesem Sinn die Vertreterinnen der Sacré-Coeur-Schule Riedenburg in Bregenz ihren Weg der Schulentwicklung, der durch Anregungen aus den eVOCATIOn-Weiterbildungen in Österreich und durch mehrere schulinterne Lehrerfortbildungen unterstützt worden war.

Inspiriert durch viele neue Impulse zur Begabungsförderung und den bereichernden Austausch untereinander, warten die gewonnene Eindrücke des Netzwerktreffens darauf, in die Konzepte der Personorientierung an den eigenen Schulen eingearbeitet zu werden.

(Text und Fotos: Jürgen Gräbner)

Ausschreibung der eVOCATIOn-Basiskurse 2020 und 2021 (neue Konzeption)

Bitte beachten Sie! Leider muss auch der für März 2021 ausgeschriebene Basiskurs in Meißen aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Wir rechnen damit, dass die nächste Ausschreibung erst für Herbst 2021 möglich ist und halten Sie über die Startseite von eVOCATIOn auf dem Laufenden.

Im November 2020 sowie im März 2021 starten zwei eVOCATIOn-Basiskurse, für die Sie sich ab sofort bei der Geschäftsstelle anmelden können. Der erste Kurs wird Ende November 2020 am Deutschhaus-Gymnasium Würzburg stattfinden, der zweite Basiskurs Mitte März 2021 am Sächsischen Landesgymnasium St. Afra in Meißen.

Die beiden Basiskurse sind Teil einer neuen Kurskonzeption. eVOCATIOn-Weiterbildung hat diese überarbeitet und ermöglicht nun, dass die Teilnehmer/innen ihre Aus- und Weiterbildung individuell nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen anpassen können. Der Basiskurs stellt das verpflichtende Einstiegsmodul dar, aus einer Vielzahl von praxisorientierten Vertiefungskursen kann man anschließend das weitere Angebot selbst zusammenstellen.

  • Zielgruppe des Basiskurses und der Vertiefungskurse sind Lehrkräfte aller Schularten, die sich im Bereich der Begabtenförderung fundiert fort- und weiterbilden möchten.
  • Um an einem Vertiefungskurs teilnehmen zu können, ist die vorherige Absolvierung des Basiskurses oder eines Jahreskurses in früheren Jahrgängen Voraussetzung.
  • Die Inhalte des Basiskurses sowie der Vertiefungskurse orientieren sich inhaltlich an den eVOCATIOn-Modulen 1 bis 4, zu denen Sie hier hier auf der Webseite weitere Informationen abrufen können.
  • Die Verzahnung von Praxis und Theorie ist Grundlage aller eVOCATIOn-Kurse. Praktische Einblicke in die Begabungs- und Begabtenförderung bekommt man vor allem in den Vertiefungskursen, die an eVOCATIOn-Kooperationsschulen (u. a. dem Kurfürst-Friedrich-Gymnasium Heidelberg, dem Deutschhaus-Gymnasium Würzburg, der Sir-Karl-Popper-Schule Wien und dem Gymnasium Achern) durchgeführt werden. An den Schulen erhalten die Teilnehmer praxisnahe Anregungen, wie Begabungs- und Begabtenförderung innovativ gestaltet werden kann.

Alle weiteren Informationen zu den eVOCATIOn-Basiskursen (Termine, Tagungsorte, Inhalte, Kosten) sind der Ausschreibung (inkl. Anmeldeformular) zu entnehmen, die hier heruntergeladen werden kann:

Für die Vertiefungskurse werden die Angebote für das Jahr 2021 bis Ende November vorliegen und hier auf der Webseite veröffentlicht.

Die Anmeldung für die beiden Basiskurs sollte der eVOCATIOn-Geschäftsstelle bis drei Wochen vor Kursbeginn vorliegen. (Der Basiskurs und die Vertiefungskurse werden finanziell von der Karg-Stiftung, Frankfurt/Main, unterstützt.)

Da die Teilnahme von zwei oder mehr Personen einer Schule im Sinne eines größeren Multiplikationseffekts Sinn macht, gewährt eVOCATIOn bei Anmeldung von Schultandems und -teams Nachlass auf die Kursgebühren – Näheres erfahren Sie in der pdf-Datei (siehe oben) oder über die Geschäftsstelle von eVOCATIOn.

Für Anfragen zum Basiskurs sowie zu den Vertiefungskursen können Sie sich gerne auch vorab per E-Mail oder über das Kontaktformular an die Geschäftsstelle von eVOCATIOn wenden.