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Abschluss der Qualifizierungsmaßnahme „Personorientierte Begabungsförderung“ in Berlin

Für Montag, den 2. November 2020, war – im dritten Anlauf – die offizielle Abschlussveranstaltung der Qualifizierungsmaßnahme „Personorientierte Begabungsförderung“ für die beteiligten Berliner Schulen mit der Berliner Senatorin für Bildung und Familie, Frau Dr. Scheeres, geplant. Aufgrund der erneut eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten musste nun auch diese Veranstaltung abgesagt werden, so dass die sieben Schulen, die sich im Frühjahr 2018 für die Teilnahme am Projekt entschieden hatten und dieses mit großem Engagement durchlaufen haben, die Zertifizierung zur eVOCATIOn-Netzwerkschule im Rahmen des Programms „Begabtes Berlin“ nur per Post erhalten haben.

Plakette eVOCATIOn-Netzwerkschule Berlin

Ausgehend von der Bewerbung Berliner Schulen am LemaS-Projekt, in das nicht alle Bewerberschulen aufgenommen werden konnten, hatte sich der Berliner Senat für Bildung, Familie und Soziales im Frühjahr 2018 dazu entschlossen, den abgelehnten Schulen alternativ eine Qualifizierungsmaßnahme im Bereich der Begabungsförderung anzubieten. Insgesamt bekundeten neun Berliner Schulen ihr Interesse am Angebot des eVOCATIOn-Weiterbildungsinstituts.

Um eine möglichst große Reichweite und Nachhaltigkeit der Weiterbildungsinhalte innerhalb der Einzelschulen zu erreichen, umfasste das Programm mehrere Ebenen:

Jede Schule sollte eine Steuergruppe bestehend aus drei Personen bestimmen, welche im Rahmen des sogenannten Intensivkurses eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den Weiterbildungsinhalten erhielt. Der Intensivkurs umfasste vier jeweils zweitägige Weiterbildungsveranstaltungen, die zwischen November 2018 und November 2019 durchgeführt wurden.

Zusätzlich wurden mit den Schulleitungen der teilnehmenden Schulen abgesehen von der Auftaktveranstaltung zwei weitere Treffen zur Information der Schulleiterinnen und Schulleiter über den Projektverlauf sowie zur inhaltlichen Basisinformation durchgeführt.

Jede Schule arbeitete außerdem über den gesamten Projektzeitraum in engem Kontakt mit Prozessbegleitern, die die Aufgabe hatten, die Umsetzung der begabungsfördernden Ideen aus den Intensivkursen in Kooperation mit Steuergruppe und Schulleitung an den jeweiligen Schulen zu koordinieren. Dazu dienten regelmäßige Prozessbegleitgespräche, in deren Kontext auch die anstehenden Kompaktkurse an der Schule vorbereitet wurden.

Das Ziel der Kompaktkurse war es, Aspekte der Personorientierten Begabungsförderung in die an den einzelnen Schulen bereits laufenden Schulentwicklungsprozesse einzubinden. Dazu war geplant, in einer Auftaktveranstaltung jeweils vor dem Gesamtkollegium Grundlagen der personorientierten Begabungsförderung zu erläutern und die Möglichkeiten des Projekts für die Einzelschule darzustellen. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung sollte für den nächsten Kompaktkurs ein Themenbereich eingegrenzt werden, zu dem sich dann ein ausgewählter Personenkreis der Schule zusammenfinden sollte. An diese Entscheidung anschließend hatte jede Schule die Möglichkeit, bis zu drei weitere schulinterne Veranstaltungen (Kompaktkurse) mit einem ausgewählten Teil des Kollegiums wahrzunehmen. Die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen der Kurse wurden jeweils zwischen Prozessbegleitung und Schulleitung / Steuergruppe vereinbart.

Wir freuen uns, diese sieben Berliner Schulen in das eVOCATIOn-Netzwerk der begabungsfördernden Schulen aufnehmen zu können:

Paula-Fürst-Schule
Fritz-Karsen-Schule
Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule
Martin-Buber-Oberschule
Walther-Rathenau-Gymnasium
Max-Delbrück-Gymnasium
Humboldt-Gymnasium

Zur Pflege dieses Netzwerkes ist ein Netzwerktreffen im Jahr 2021 geplant, für das dann hoffentlich auch ein würdiger Rahmen gefunden werden kann, die Schulentwicklungsmaßnahmen, die sich aus dem Qualifizierungsprojekt ergeben haben, zu würdigen und sichtbar zu machen.

Die grundlegende Entscheidung des Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, in einem zweiten Projektdurchlauf weitere Berliner Schulen im Bereich der Personorientierten Begabungsförderung zu qualifizieren, eröffnet die Möglichkeit, dieses Netzwerk innerhalb der Stadt auszubauen und zu verdichten.

(Jürgen Gräbner)

eVOCATIOn-Intensivkurs für LemaS-Schulen in Schleswig-Holstein gestartet

Nach einem vorgeschaltetem Online-Auftakt hat am 22. Oktober 2020 der eVOCATIOn-Intensivkurs für LemaS-Schulen („Leistung macht Schule“) in Schleswig-Holstein mit einer zweitägigen Präsenzveranstaltung begonnen. Vertreter/innen aus acht Schulen und einem online zugeschaltetem Kollegen setzten sich mit Kernbegriffen der Personorientierten Begabungsförderung auseinander: Person, Begabung, Bildung, Verantwortung, Förderung und Leistung.

Basierend auf einer philosophisch-anthropologischen Herleitung des Personbegriffs unter Einbettung des Begabungsbegriffs durch Dr. Wolfgang Halbeis diskutierten die Teilnehmer/innen in den integrierten Reflexionsphasen ihr Verständnis von Begabungen. In der Auseinandersetzung mit den Prinzipien der Förderung und der Verantwortung entstanden gewinnbringende Diskussionen.

Als besonders bereichernd zeigte sich der Umstand, dass mit dem Schulleiter der Anne-Frank-Schule Bargteheide ein Vertreter der Schule in der Runde präsent war, die mit ihrem Ansatz zur „Dialogischen Form der Leistungsbeurteilung durch Portfolioarbeit“ ein interessantes Umsetzungsbeispiel für den in eVOCATIOn-Weiterbildungen vertretenen multidimensionalen Leistungsbegriff beisteuern konnte.

Getragen von der gelungenen Organisation durch die Mitarbeiterinnen der Stelle für Begabungs- und Begabtenförderung am IQSH, Frau Maren Stolte und Frau Petra Schreiber, und ergänzt durch die hilfreichen Beiträge und Angebote des Spezialisten für Lerncoaching und Schulentwicklung, Volker Biesel, kann auf zwei gelungene Präsenztage zurückgeblickt werden. Der Intensivkurs wird seine Fortsetzung in einem Online-Treffen am 3. Dezember 2020 finden, an dem die Teilnehmenden die ersten Erfahrungen mit den Inhalten der ersten Präsenzphase an ihrer eigenen Schule austauschen werden.

Für Februar 2021 ist dann die nächste zweitägige Präsenzphase zum Thema „Begabungen (an)erkennen“ mit inhaltlichen Schwerpunkten auf Underachievement, schwer erkennbare Gruppen und Anerkennungskultur geplant. Weitere Schwerpunktbereiche der folgenden Präsenzphasen werden die Themen „Lehren und lernen personorientiert gestalten“ und „Lernende begleiten“ sein.

Das Ziel des Intensivkurses ist es, den Schulen eine wissenschaftlich fundierte Basis für ihre pädagogischen Ansätze der Begabungs- und Begabtenförderung sowie Ideen für neue Wege zu bieten. Die Kooperation mit den LemaS-Schulen bereitet gleichzeitig die zweite Phase des Projekts „Leistung macht Schule“ vor, in deren Fokus dann der Transfer der Erkenntnisse der fünfjährigen ersten „Forschungs“-Phase auf andere Schulen stehen soll. Dazu benötigen die Schulen in der Vorbereitung Unterstützung – neben den inhaltlichen Fragen auch zu Fragen der Schulentwicklung und -gestaltung. Diese Unterstützung soll durch das eVOCATIOn-Weiterbildungsinstitut erfolgen.

Begleitend zu dem Intensivkurs können die Einzelschulen im Rahmen des Gesamtprojekts mit einer Laufzeit von ca. zwei Schuljahren Referentinnen und Referenten des eVOCATIOn-Weiterbildungsinstituts für themenspezifische Kompaktkurse direkt an die eigene Schule einladen, um passgenau mit dem Kollegium an schulentwicklungsrelevanten Themen zu arbeiten.

Liste der beteiligten Schulen in Schleswig-Holstein:
Anne-Frank-Schule Bargteheide
Richard-Hallmann-Schule Trappenkamp
Elsa-Brandström-Schule Elmshorn
Stadtschule Bad Oldeslohe
Gymnasium Sachsenwaldschule Reinbek
Timm-Kröger-Schule Neumünster
Klaus-Groth-Schule Neumünster
Grundschule St. Nicolai Westerland
Grundschule Medelby
Leibniz-Privatschule Elmshorn

Text: Jürgen Gräbner

eVOCATIOn-Netzwerktreffen 2020 am Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen

Die Grundidee der eVOCATIOn-Netzwerktreffen ist, Teilnehmerinnen und Teilnehmern von eVOCATIOn-Kursen an Schulen, die sich auf den Weg zur personorientierten Begabungsförderung begeben haben, auch nach Abschluss der jeweiligen Weiterbildung die Gelegenheit zu geben, in Kontakt zu bleiben – sowohl persönlich als auch inhaltlich. Nachdem im Februar 2019 das erste Treffen der eVOCATIOn-Netzwerkschulen am Kurfürst-Friedrich-Gymnasium in Heidelberg stattgefunden hatte, folgte am 24. und 25. Januar 2020 das zweite Netzwerktreffen am Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen.

Bei den Netzwerktreffen geht es grundsätzlich um den kontinuierlichen Ideenaustausch und gegenseitige Impulse zur Umsetzung der personorientierten Begabungsförderung aus der Praxis der jeweiligen Schule. In diesem Jahr konnten Vertreterinnen und Vertreter der Johann-Peter-Hebel-Gemeinschaftsschule in Bretten, des Deutschhaus-Gymnasiums in Würzburg, des Kurfürst-Friedrich-Gymnasiums in Heidelberg, des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder in Potsdam, der Sacré-Coeur-Schulen in Wien und Bregenz sowie der Sir-Karl-Popper-Schule in Wien teilnehmen. Finanziert werden konnte dieses Treffen durch die Unterstützung der Karg- Stiftung.

Netzwerktreffen eVOCATIOn 2020 in Oettingen

Inhaltlicher Schwerpunkt des ersten Tages war es, Eindrücke von der personorientierten Begabungsförderung am Albrecht-Ernst-Gymnasium (Oettingen in Bayern) zu bekommen und die konkrete Realisierung kennenzulernen. Zum Auftakt stellte Wolfgang Knoll, Beratungs-, Latein- und Griechischlehrer am Albrecht-Ernst-Gymnasium, das Schulkonzept und die damit verbundenen Rahmenbedingungen vor. Über die Wissensvermittlung hinaus sieht sich die Schulgemeinschaft auch der Persönlichkeitsentwicklung und der Werteerziehung verpflichtet. Dafür ist es wichtig, die Autonomie der Schüler zu stärken und ihnen Verantwortung für ihren Lernprozess zu übergeben.

Die Chance zur Umsetzung dieses Konzepts ergab sich durch eine Renovierung, bei der die räumliche Gestaltung so verändert wurde, dass die pädagogischen Leitlinien eines selbstständigen, eigenverantwortlichen und schülerzentrierten Lernens möglichst optimal verwirklicht werden können. Es wurden Lernlandschaften gestaltet, in denen die Klassenzimmer keine Türen mehr haben und sich zudem mit Fenstern in einen gemeinsamen Raum öffnen. Sowohl in den Klassenzimmern als auch im offenen Raum sind Tische und Stühle nicht fixiert, wodurch das leichte Umstellen für verschiedene Lernsituationen möglich ist. In offenen Regalen liegen Bücher und Arbeitsmaterialien für kooperative und selbstgesteuerte Lernphasen bereit. Auch Tablets und Laptops stehen zur Verfügung. Der offene Raum lädt zu Begegnungen und Gesprächen ein.

Netzwerktreffen eVOCATIOn 2020 in Oettingen

Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde deutlich, dass sich das Albrecht-Ernst-Gymnasium seit gut einem Jahrzehnt mit Gedanken der Personorientierung auseinandergesetzt hat. Die Schule kann deshalb als gelungenes Beispiel für eine eVOCATIOn-Netzwerkschule gelten.

Am zweiten Tag standen Theorie und Reflexion von Schulentwicklungsprozessen im Mittelpunkt. Dr. Corinna Maulbetsch von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe stellte dar, wie Begabungsförderung Motor und Ziel von Schulentwicklung sein kann. Das Wissen darum, wie Veränderungsprozesse erfolgreich angestoßen und vorangetrieben werden können, hilft dabei, Ideen in die eigene Schule zu übertragen.

Eindrucksvoll präsentierten in diesem Sinn die Vertreterinnen der Sacré-Coeur-Schule Riedenburg in Bregenz ihren Weg der Schulentwicklung, der durch Anregungen aus den eVOCATIOn-Weiterbildungen in Österreich und durch mehrere schulinterne Lehrerfortbildungen unterstützt worden war.

Inspiriert durch viele neue Impulse zur Begabungsförderung und den bereichernden Austausch untereinander, warten die gewonnene Eindrücke des Netzwerktreffens darauf, in die Konzepte der Personorientierung an den eigenen Schulen eingearbeitet zu werden.

(Text und Fotos: Jürgen Gräbner)

Ausschreibung der eVOCATIOn-Basiskurse 2020 und 2021 (neue Konzeption)

Wichtig! Bitte beachten Sie! Der für November 2020 ausgeschriebene Basiskurs muss angesichts der derzeitigen Corona-Lage entfallen.

Im November 2020 sowie im März 2021 starten zwei eVOCATIOn-Basiskurse, für die Sie sich ab sofort bei der Geschäftsstelle anmelden können. Der erste Kurs wird Ende November 2020 am Deutschhaus-Gymnasium Würzburg stattfinden, der zweite Basiskurs Mitte März 2021 am Sächsischen Landesgymnasium St. Afra in Meißen.

Die beiden Basiskurse sind Teil einer neuen Kurskonzeption. eVOCATIOn-Weiterbildung hat diese überarbeitet und ermöglicht nun, dass die Teilnehmer/innen ihre Aus- und Weiterbildung individuell nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen anpassen können. Der Basiskurs stellt das verpflichtende Einstiegsmodul dar, aus einer Vielzahl von praxisorientierten Vertiefungskursen kann man anschließend das weitere Angebot selbst zusammenstellen.

  • Zielgruppe des Basiskurses und der Vertiefungskurse sind Lehrkräfte aller Schularten, die sich im Bereich der Begabtenförderung fundiert fort- und weiterbilden möchten.
  • Um an einem Vertiefungskurs teilnehmen zu können, ist die vorherige Absolvierung des Basiskurses oder eines Jahreskurses in früheren Jahrgängen Voraussetzung.
  • Die Inhalte des Basiskurses sowie der Vertiefungskurse orientieren sich inhaltlich an den eVOCATIOn-Modulen 1 bis 4, zu denen Sie hier hier auf der Webseite weitere Informationen abrufen können.
  • Die Verzahnung von Praxis und Theorie ist Grundlage aller eVOCATIOn-Kurse. Praktische Einblicke in die Begabungs- und Begabtenförderung bekommt man vor allem in den Vertiefungskursen, die an eVOCATIOn-Kooperationsschulen (u. a. dem Kurfürst-Friedrich-Gymnasium Heidelberg, dem Deutschhaus-Gymnasium Würzburg, der Sir-Karl-Popper-Schule Wien und dem Gymnasium Achern) durchgeführt werden. An den Schulen erhalten die Teilnehmer praxisnahe Anregungen, wie Begabungs- und Begabtenförderung innovativ gestaltet werden kann.

Alle weiteren Informationen zu den eVOCATIOn-Basiskursen (Termine, Tagungsorte, Inhalte, Kosten) sind der Ausschreibung (inkl. Anmeldeformular) zu entnehmen, die hier heruntergeladen werden kann:

Für die Vertiefungskurse werden die Angebote für das Jahr 2021 bis Ende November vorliegen und hier auf der Webseite veröffentlicht.

Die Anmeldung für die beiden Basiskurs sollte der eVOCATIOn-Geschäftsstelle bis drei Wochen vor Kursbeginn vorliegen. (Der Basiskurs und die Vertiefungskurse werden finanziell von der Karg-Stiftung, Frankfurt/Main, unterstützt.)

Da die Teilnahme von zwei oder mehr Personen einer Schule im Sinne eines größeren Multiplikationseffekts Sinn macht, gewährt eVOCATIOn bei Anmeldung von Schultandems und -teams Nachlass auf die Kursgebühren – Näheres erfahren Sie in der pdf-Datei (siehe oben) oder über die Geschäftsstelle von eVOCATIOn.

Für Anfragen zum Basiskurs sowie zu den Vertiefungskursen können Sie sich gerne auch vorab per E-Mail oder über das Kontaktformular an die Geschäftsstelle von eVOCATIOn wenden.

Der neue Vorstand und das neue Board von eVOCATIOn

Auf der Mitgliederversammlung des Trägervereins von eVOCATIOn wurde am 5. November 2018 ein neuer Vorstand gewählt. Dem Verein steht nun Prof. Dr. Gabriele Weigand von der PH Karlsruhe als 1. Vorsitzende vor. Als Stellvertreter wurde Ulf Cronenberg (Deutschhaus-Gymnasium Würzburg) und als geschäftsführender Vorstand Jürgen Gräbner (ebenfalls Deutschhaus-Gymnasium Würzburg) gewählt. Der neue Vorstand und das neue Board von eVOCATIOn weiterlesen

Buchvorstellung: Armin Hackl & Günter Schmid „Erlebnis Bildung“

Pädagogische Fachbücher, denen explizit die eVOCATIOn-Idee zugrundeliegt, gibt es nicht viele. Günter Schmid und Armin Hackl, zwei der Initiatoren von eVOCATIOn, haben ein Buch geschrieben, in dem vieles aus dem eVOCATIOn-Gedankengut steckt. „Erlebnis Bildung. Lernen nachhaltig gestalten. Begabungen fördern“ ist im August 2016 beim Verlag Schneider Hohengehren erschienen und sei im Folgenden vorgestellt.

Cover: Hackl & Schmid „Erlebnis Bildung"Der Titel des Buches ist Programm: Nur wenn es den Lehrenden gelingt, die jedem Menschen eigene individuelle Begabung auf der personalen Ebene anzusprechen und dementsprechend den Lernprozess unter dem Gesichtspunkt bewusst zu gestalten, dass das subjektive Lernerlebnis der Lernenden und nicht die Vermittlung von Inhalten und Stoffen das entscheidende Kriterium für dessen Nachhaltigkeit ist, kann aus gediegener „Ausbildung“ echte „Bildung“ werden. Im Zentrum aller pädagogischen Überlegungen steht dabei immer die Person des Schülers / der Schülerin, denn „Schule ist für Schülerinnen und Schüler da“.

In einer über ein Jahrzehnt währenden engen Schulpartnerschaft über nationale Grenzen hinweg haben die beiden Autoren nicht nur ihre jeweiligen Schulen (das Deutschhaus-Gymnasium Würzburg und die Sir-Karl-Popper-Schule Wien) zu international anerkannten Herzeige-Modellen entwickelt, sondern damit auch gleichzeitig Gabriele Weigands pädagogische Philosophie einer „Schule der Person“, die davon ausgeht, dass Schule von der Person des/der Lernenden her zu denken ist, einem erfolgreichen Praxistest unterzogen.

Die aus diesem praktischen Lernprozess, aus den sich in diesem Zusammenhang ergebenden nächtelangen Gesprächen und aus zahlreichen gemeinsam geplanten Fortbildungsveranstaltungen gewonnenen Erkenntnisse mündeten schließlich in dieser Darstellung einer neuen Sicht schulischer Begabungsförderung. Aus unterschiedlichen Ausgangspositionen in unterschiedlichen Schulsystemen kommend, mit unterschiedlicher persönlicher Akzentsetzung, und doch einander perfekt ergänzend, gelangen die beiden Autoren zu den gleichen Ergebnissen, die nicht bei der (derzeit noch weithin als der Weisheit letzter Schluss angesehenen) Individualisierung stehen bleiben. „Beziehung, Entscheidung in verantworteter Freiheit, Gestaltung und multidimensionale Leistung werden zu den zentralen Feldern einer personorientierten Schulentwicklung“, heißt es im Klappentext.

Im ersten Teil setzt sich Armin Hackl mit dem Begriff Begabung auseinander, präsentiert in einer Tour d´horizon die gängigen Modelle der Begabungsförderung, wägt Individualisierung und Personalisierung gegeneinander ab, definiert die Ziele personaler Begabungsförderung und stellt die entscheidenden Fragen: „Worin besteht der Mehrwert einer personalen Pädagogik? Wie wird Nachhaltigkeit erreicht?“

Im zweiten Teil leitet Günter Schmid von der Theorie zur Praxis über („Welche Konsequenzen hat das im ersten Teil Gesagte für meinen pädagogischen Alltag?“). Er widmet sich der Perspektive der Lehrenden, setzt sich mit der Bandbreite der Förderangebote auseinander („Fördern ist nicht gleich Fördern!“) und liefert, illustriert durch konkrete authentische und bewährte Beispiele aus der Praxis, detaillierte Beschreibungen konkreter Förderinstrumente. Damit qualifiziert sich das Buch unter anderem auch als Handbuch für die einzelne Lehrperson, die sich durch praktische Beispiele zu eigenem Tun anregen lassen möchte, ebenso wie für innovationsbereite Schulleitungen.

In News & Science 42/2016 (S. 69f) rezensiert Mag. Ulrike Kempter das Buch und hebt verschiedene Aspekte positiv hervor – unter anderem: dass kritisch Missstände und Missverständnisse im Schulbetrieb aufgezeigt würden, dass sich das Buch „mit wertvollen Praxisbeispielen vor allem der Rolle von Lehrenden und einer Begriffsklärung der Maßnahmen von personaler Begabungsförderung“ widmet. Das Buch berichtet davon, wie Begabungsförderung „gelingen, aber erwähnt auch ganz ehrlich, welchen Fallen man begegnen kann.“

Literaturangabe:
Hackl, Armin und Schmid, Günter (2016): Erlebnis Bildung: Lernen nachhaltig gestalten. Begabungen fördern. Schneider Hohengehren.

Hier kann man das Inhaltsverzeichnis einsehen.

Erster eVOCATIOn-Lehrgang in Österreich

Durch intensive Gespräche mit den Verantwortlichen der privaten pädagogischen Hochschule der Erzdiözese Wien ist es gelungen, einen ersten österreichischen Lehrgang „Pädagogik der Personorientierten Begabungsförderung“ einzurichten. Das Curriculum dieses eVOCATIOn-Lehrgangs an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems (KPH) ist mit dem eVOCATIOn-Basislehrgang identisch und schließt ebenfalls mit einer Zertifizierungsarbeit ab. In dem Lehrgang sind ausschließlich Referentinnen und Referenten des eVOCATIOn-Weiterbildungsinstituts tätig.

Der Lehrgang dauert berufsbegleitend drei Semester und beginnt am 10. November 2016. Er endet mit der Präsentation der Arbeiten am 7. Dezember 2017. Der Workload wird mit 20 ECTS-Credits veranschlagt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten nach erfolgreicher Absolvierung des Kurses inklusive der Zertifizierungsarbeit ein Lehrgangszeugnis der KPH Wien/Krems sowie das eVOCATIOn-Zertifikat.

Vier der fünf Module finden an der Sir-Karl-Popper-Schule in Wien statt. Das zweite Modul wird mit einer Exkursion an das Deutschhaus-Gymnasium Würzburg verbunden und dort abgehalten. An beiden eVOCATIOn-Kooperationschulen (Sir-Karl-Popper-Schule und Deutschhaus-Gymnasium) können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Einblick in gelebte Begabungs- und Begabtenförderung im Sinne der personorientierten Pädagogik durch Hospitationen im Unterricht sowie durch Gespräche mit Schülerinnen und Schülern gewinnen. Ergänzend wird in Wien den Schulleiterinnen und Schulleitern der Schulen, aus denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen, ein Schulleiterforum angeboten.

Veranstaltende Hochschule für den Kurs ist die KPH Wien/Krems, weswegen der Lehrgang erst nach Immatrikulation bzw. Inskription an dieser Hochschule gebucht werden kann. Diese hebt dann einen Verwaltungsbeitrag von 80,– pro Semester und den Beitrag für die Österreichische Hochschülerschaft ein. Die Reisekosten nach Wien und Würzburg sowie Kosten für Literatur und Skripte sind von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusätzlich zu bezahlen.

Das Angebot dieses ersten österreichischen eVOCATIOn-Lehrgangs wurde sehr gut angenommen, so dass der Kurs kurz nach Veröffentlichung mit 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Gymnasien Niederösterreichs und Wiens ausgebucht war. Sofern weiter Interesse besteht – erste Anfragen gibt es bereits –, ist geplant, im Studienjahr 2018/19 an der KPH Wien/Krems einen Folgekurs anzubieten.

Informationen über das Kursangebot erhalten Sie beim Lehrgangsleiter Dr. Edwin Scheiber per E-Mail: direktion@popperschule.at. Hier können Sie auch Ihr Interesse an einem Folgelehrgang bekunden.

(Dr. Edwin Scheiber)

Karg Campus Schule Bayern – ein Projekt kurz vor dem Abschluss

Fast eineinhalb Jahre hat eVOCATIOn das ambitionierte schulische Projekt zur Begabten- und Begabungsförderung inhaltlich begleitet und mitgestaltet. Ziel des Projekts Karg Campus Schule Bayern war und ist es, die acht bayerischen Gymnasien mit „Förderklassen für hochbegabte Schülerinnen und Schüler“ darauf vorzubereiten, ab Herbst 2016 ihre Arbeit als Kompetenzzentren der Begabtenförderung aufzunehmen.

Hierfür gestalteten eVOCATIOn-Referentinnen und -Referenten nicht nur die fünf halbwöchigen Intensivkurse an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen, sondern hielten an den acht bayerischen Gymnasien insgesamt 32 Fortbildungen: pro Gymnasium eine einführende schulinterne Veranstaltung sowie drei Kompaktkurse (was sich genauer hinter den einzelnen Fortbildungsformaten verbirgt, ist hier erläutert).

Ergänzend fand für die Schulen durch die Arbeitsstelle Hochbegabung an der PH Karlsruhe, die von Prof. Dr. Gabriele Weigand geleitet wird, eine Prozessbegleitung durch Dr. Corinna Maulbetsch statt. eVOCATIOn war außerdem im Planungsgremium für Karg Campus Schule Bayern, der sog. Steuergruppe, mit vertreten.

Der Auftrag von eVOCATIOn ist damit fast abgeschlossen: Am 19. Oktober 2016 wird im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst eine Eröffnungsveranstaltung für die acht Kompetenzzentren zur Begabtenförderung stattfinden. Damit endet die Hauptphase des Projekts Karg Campus Schule Bayern, auch wenn eVOCATIOn in den nächsten Jahren inhaltlich bei der Nachqualifizierung weiterer Mitarbeiter (Lehrkräfte und Schulpsycholog/inn/en) für die Kompetenzzentren mitwirken wird.

Für eVOCATIOn war das Projekt herausfordernd und spannend zugleich. Es gab zahlreiche Vorbereitungs- und Planungstreffen der Referentinnen und Referenten, es fand darüber hinaus viel Konzeptions- und Entwicklungsarbeit statt, vorbereitend wie begleitend. Und die Referent/inn/en und Mitarbeiter/innen von eVOCATIOn haben viel Neues in Bezug darauf gelernt, wie man Personorientierung als Grundidee für eine gelingende Begabungsförderung an Schulen bringen kann.

An dieser Stelle sei im Namen des gesamten eVOCATIOn-Vorstands den vielen Partnern, mit denen eVOCATIOn in den eineinhalb Jahren zusammengearbeitet hat, gedankt – für finanzielle, für ideelle und inhaltliche Unterstützung:

  • der Karg-Stifung,
  • dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst,
  • der PH Karlsruhe, insbesondere auch der Arbeitsstelle Hochbegabung,
  • der ALP Dillingen sowie
  • den acht teilnehmenden bayerischen Gymnasien sowie allen anderen schulischen Institutionen vor Ort (insbesondere den MB-Dienststellen sowie Staatlichen Schulberatungsstellen).

Ulf Cronenberg

Eine ausführliche Projektübersicht zu Karg Campus Schule Bayern können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.

Neuer eVOCATIOn-Flyer

Die letzten Wochen wurde an einer neuen Version des eVOCATIOn-Flyers gearbeitet. Der bisher eher textlastige Flyer sollte mit weniger Text auskommen, weil sich die Informationen über eVOCATIOn über die Webseite besser aktuell halten und auch ausführlicher darstellen lassen (das gilt insbesondere für die Fortbildungsformate, die von eVOCATIOn angeboten werden). Der Flyer sollte von daher nur die Grundinformationen enthalten, stattdessen eher grafisch orientiert sein.

Herausgekommen ist ein Flyer in neuem Format (DIN A5), der hier heruntergeladen werden kann:

eVOCATIOn-Flyer 2015

(Grundsätzlich muss man sich den Flyer als Faltblatt vorstellen – auf Seite 1 der pdf-Datei ist rechts also die Deckseite des Flyers, links die Rückseite zu sehen. Seite 2 der pdf-Datei ist die Doppelseite im Inneren des Flyers.)

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eVOCATIOn auf dem 5. Münsterschen Bildungskongress

Vom 9. bis 12. September 2015 findet der 5. Münstersche Bildungskongress unter dem Titel „Potenzialentwicklung. Begabungsförderung. Bildung der Vielfalt“ statt.

Auch eVOCATIOn ist mit Referenten auf dem Bildungskongress vertreten:

Das gesamte Programm des Kongresses kann hier abgerufen werden.
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