Vorstellung des eVOCATIOn-Projekts

eVOCATIOn wurde unter Federführung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe im Rahmen des europäischen Sokrates-Programms (Comenius 2.1) für „Lebenslanges Lernen“ bei der EU in Brüssel beantragt und im September 2007 bewilligt. Dabei handelte es sich um ein zweijähriges, multilaterales Vorhaben, an dem fünfzehn Partner mitgewirkt haben, darunter Institutionen und Schulen mit spezifscher Ausrichtung im Bereich der (Hoch-)Begabungs- und Begabtenförderung sowie Hochschulen und Universitäten aus insgesamt sechs EU-Ländern (Frankreich, Niederlande, Österreich, Polen Slowakei und Deutschland) sowie der Schweiz. Das Programm enthält dementsprechend europaweite schulpraktische Erfahrungen und ist im gesamteuropäischen Raum einsetzbar.

Der Name eVOCATIOn steht für das Programm. Das lateinische Wort „evocare“ lässt sich übersetzen mit „heraus-“ oder „hervorrufen“. Hervorgerufen werden sollen Begabungen von Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig werden auch die Lehrpersonen aufgerufen. An ihnen liegt es, Begabungen (an)zuerkennen, Lernwege zu personalisieren und Bildungsprozesse zu begleiten. Damit ihnen dieses gelingt, werden in dem Programm die Grundlagen der Begabungsförderung erarbeitet sowie geeignete Formen und Methoden für die tägliche Praxis bereitgestellt.

Die Schwerpunktsetzung des aus dem Projekt hervorgegangenen Weiterbildungsangebots liegt in der Entwicklung personaler und methodischer Kompetenzen von Lehrkräften, die heterogene Begabungsprofile respektieren sowie in ihrem Unterricht den allgemeinen Prinzipien einer begabungsfreundlichen Lernumwelt folgen wollen. Durch die explizite Verknüpfung unterrichtsrelevanter Beispiele aus einschlägigen Schulen in unterschiedlichen europäischen Ländern mit wissenschaftlich fundierten theoretischen Begründungszusammenhängen wird ein ausgewogenes Programm für die Lehrerbildung, die Weiterbildung für Lehrer/innen und alle in der Begabungsförderung tätigen Fachkräfte zur Verfügung gestellt.

Das eVOCATIOn-Weiterbildungsinstitut geht direkt aus dem Comenius Startprojekt eVOCATIOn hervor und führt die internationale Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen fort:

  • wissenschaftliche Ebene: enger Kontakt zwischen den Hochschulen Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Fachhochschule Nordwestschweiz Basel und dem Institut TIBI an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien, an denen auf eVOCATIOn aufbauende Masterstudien-Programme angeboten werden.
  • schulpraktische Ebene: eVOCATIOn-Kooperationsschulen finden sich in Deutschland (Deutschhaus-Gymnasium Würzburg) und Österreich (Sir-Karl-Popper-Schule Wien).
  • Fortbildungsebene: regelmäßiger Austausch der eVOCATIOn-Referenten auf Multiplikatorenseminaren.
  • Teilnehmerebene: eVOCATIOn-Kurse sind häufig international besetzt, so dass eine Netzwerkbildung über die eigenen Landesgrenzen hinaus für Teilnehmer an eVOCATIOn-Fortbildungen quasi garantiert ist.